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"das Sprachlabor"

In der "Nacht der Lyrik" am 24/25. August las 

Ruth Berenike Burgmann (Email: [- Emailadresse aus Spamschutz am 1.3.2010 gelöscht -]) ) 

zwei Ihrer Gedicht , die hier zum Nachlesen abgdruckt sind. Alle Rechte liegen weiterhin bei Ruth Berenike Burgmann. Die beiden Gedichte heißen:

Bilder
AufBruch

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Bilder (von Ruth Berenike Burgmann)

Bilder von Kindern hängen an der Wand des Klassenzimmers-
Bilder mit lachenden, strahlenden, vor Lebenslust sprühenden Kinderaugen schauen dich an.
Stilles Gelächter dringt an dein Ohr-
Deine Gedanken winden sich in die Zukunft..
...Bilder der Kinder als Symbol für Hoffnung und Leben?

Ian McKinnlay ist in der ersten Reihe- er ist der Beste von allen
Sein Charakter ist nicht übel, klug und pfiffig der Kopf,
hilfsbereit, gerecht und mutig empfängt er jeden Tag als Geschenk des Lebens.
Er lernt für seine Zukunft, mit ganzem Herzen und ganzer Seele.
WER will derjenige sein der ihm sagt, dass er wahrscheinlich stempeln gehen muss?
Mit weinendem Herzen schleichst du dich behände aus dem Raum.
Die Bilder in deinem Kopf sind von unerträglicher Hoffnung.

Bilder der Depression hinter der Bar-
Auf der Theke der Scheck mit der Arbeitslosenhilfe,
Die Gesichter ertrinken in eisiger Frustration.
Wieder ein Traum zu Ende-
Wieder ein Job weg-
Wieder eine Fabrik die schließt-
Wieder eine Stelle gekürzt.
Du schmeckst die bittere Süße die die Bilder der Depression hinterlassen.

Bilder der Kinder- einige wurden zu Soldaten auf Trauerkarten,
sie wollten nicht kämpfen, zu LEBEN war ihr Wunsch.
Du humpelst die Reihe der Gräber entlang,
dein Kopf ist voll leerer Gedanken,
Emotionen sind dir fremd geworden,
sind schon genauso abgestumpft wie dein rechtes Bein.
Zukunft? Hoffnung? Leben?
Alles liegt unter dir begraben,
die Nacht hat alles genommen.
Die Bilder der Kinder verblassen mit deiner Resignation.

Bilder des Ministers auf dem Bildschirm
Er übt sich in Begründungen, warum Krisen nicht zu verhindern sind
".Das Leben ist der Tod und der Tod ist das Leben."
passend perfekter Wahlspruch, doch ist es der Inbegriff der menschlich politischen Auslese?!
Lächelnd für die Presse legt er eine Pause ein.
Deine beiden Beine schmerzen.
"..zu viel Schulden."
".alle Töpfe leer.."

Wie ein zerstückelter Regenwurm windest du dich auf dem Boden.
Deine Bilder im Kopf rotieren.
Zum Töten sind Millionen da, doch zum Leben bleibt nichts übrig.
Ist das die Zukunft?
Die Bilder des Ministers zeigen ihre Wirkung.

Bilder der Kinder hängen an der Wand des Polizeiamtes
Alte Kinder, vom Leben gezeichnet.
Du fährst mit deinem Rollstuhl durch den Raum,
Deine Gedanken füllen sich mit Leben.
Jegliches Zeitgefühl ist dahin,
all die Jahre hast du nur funktioniert,
hast getan was dir gesagt wurde.
Du merkst, dass über die alte Wunde doch noch kein Gras gewachsen ist.
Wofür hast du gelebt?
Deinen Traum hast du verloren.

Die Bilder der Kinder- du kennst sie doch?
Da ein vernarbtes Gesicht,
dort Augen voll glühendem Hass.
Stumme Schreie und traurige Verbitterung dringen an dein zerbrülltes Ohr.
Ian McKinnlay ist in der ersten Reihe- der Schlimmste von ihnen.
Er wird gesucht!
Zum ersten Mal will man IHN haben.
Er starrt dir in die Augen.
Erschrocken betrachtest du ihn,
ein Leben voll Schrecken, Elend und Leid
und doch beweisen seine Augen dass er den Glauben an sich selbst noch nicht verloren hat.
Deine übrig gebliebenes Knie wird weich,
sein Blick wird dir unangenehm
weglaufen?!
Er ist überall.
Ein Junge voller Hoffnung-
Ein Mann voller Angst-
Ein Leben am Existenzminimum.

***

AufBruch (von Ruth Berenike Burgmann)

         Ein Leben lang - viel zu kurz
         Sophisma! sag ich nur


V
iele Wolken zieh´n im Nu
Immer weiter - bis ins Glück?
Tanzend mit der Sonne - kämpfend um die Freiheit?
Augenblicke werden kürzer - der Ehrgeiz will den Preis!


Bittere Süße der Enttäuschung kommt vorbei,
Realitäten fangen an dich zu bedrängen,
Erfahrung heißt das neue Wort - EILE!
Vita somnium breve! Und plötzlich ist das Kind Vergangenheit - BLEIB!

Immer leiser werden die Jahre
Stumme Schreie ohne Hall


         Den Zahn der Zeit ertragen - ohne Wünsche - anspruchslos?
         Immer näher kommt der Abschied - der Weg der ist schon lange da.

         Das Leben - annehmen bis zum Tod?

<!-- Anmerkung: die farbigen Buchstaben vorn von oben nach unten und hinten von unten nach oben lesen. -->

 



Lyrik von Ruth Burgmann

Bilder
AufBruch

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Juli  2002 (1.1) - Sprachlabor (info@hitgedichte.de) - GnuPG-Schlüssel - GnuPG-Verschlüsselngsprogramm Allgemeine Benutzungsbedingungen